Wenn Sprache nicht mehr nur Macht vermittelt, sondern selbst zur Grundlage von Autorität wird.
Wer entscheidet, wenn Regeln nicht mehr ausgelegt, sondern automatisch ausgeführt werden? Was geschieht mit Verantwortung, Wahrheit und Legitimität, wenn künstliche Intelligenz Entscheidungen hervorbringt, deren Autorität aus ihrer technischen Funktionsfähigkeit erwächst?
In Syntaktische Macht und Legitimität der KI untersucht Agustin V. Startari einen grundlegenden Wandel moderner Machtstrukturen: den Übergang von menschlicher Entscheidung und institutioneller Legitimation zu algorithmischer Ausführung und syntaktischer Autorität.
Anhand theoretischer Modelle und konkreter Anwendungsfelder - von automatisierten Rechtssystemen über medizinische Diagnostik bis hin zu generativer KI und digitaler Regulierung - zeigt der Autor, wie grammatische Strukturen Neutralität erzeugen, Verantwortung verschleiern und Gehorsam ohne ausdrücklichen Befehl ermöglichen können.
Im Mittelpunkt steht eine weitreichende These: Macht muss nicht länger von einem handelnden Subjekt ausgehen. Sie kann durch Strukturen entstehen, die allein deshalb als verbindlich gelten, weil sie ausführbar sind.
Ein interdisziplinärer Forschungsbeitrag an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz, Sprachwissenschaft, Erkenntnistheorie und politischer Theorie.
Wenn Autorität nicht mehr ausgesprochen, sondern kompiliert wird, verändert sich das Fundament gesellschaftlicher Legitimität.